LuxConstellation hat das Bancomat-Netz am Mittwoch, den 7. Oktober 2026, bei Namur in Hamm offiziell vorgestellt. Diesmal berichten mehrere Medien über konkrete Maßnahmen zur Barrierefreiheit. Unser erster Beitrag zu Bancomat hatte dazu allerdings noch Schweigen festgestellt. Dieser Beitrag fasst deshalb zusammen, was heute bekannt ist und was noch offen bleibt.
Was am 7. Oktober angekündigt wurde
Laut Paperjam soll das Netz am Ende 237 Geldautomaten umfassen. Rund zwanzig Geräte stehen bereits, sieben davon sind in Betrieb. Danach sollen bis 2027 pro Woche vier bis acht Geräte dazukommen. Außerdem soll für 92 Prozent der Bevölkerung ein Automat höchstens fünf Straßenkilometer entfernt liegen. Mit dreizehn weiteren Standorten würde dieser Anteil auf 94 Prozent steigen.
Die angekündigten Maßnahmen
Laut Paperjam und Le Quotidien sind die Geräte niedriger als herkömmliche Automaten. Diese geringere Höhe richtet sich an Menschen im Rollstuhl. Für sehbehinderte Menschen sind an allen Bedienpunkten Braille-Beschriftungen vorgesehen. Zudem soll es laut L’essentiel und Le Quotidien im gesamten Netz eine Sprachführung geben.
Die Sprachausgabe gibt es auf Deutsch, Englisch, Französisch und Portugiesisch. Luxemburgisch steht dagegen nur auf dem Bildschirm zur Verfügung. Paperjam zufolge erlaubte die Technik keine luxemburgische Sprachausgabe.
L’essentiel nennt allerdings eine Einschränkung. Nur die Mehrheit der Standorte soll für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich sein. Ein niedrigeres Gerät genügt also nicht. Auch der Standort zählt, denn man muss sich dem Gerät nähern und es erreichen können. Das OSAPS erinnert zudem daran, dass die Banken für den physischen Zugang verantwortlich bleiben.
Tests mit sehbehinderten Menschen
Auf Initiative des OSAPS hat LuxConstellation Tests mit Menschen mit Behinderungen organisiert. Die Sprachführung startet, sobald man Kopfhörer anschließt. Dann erklärt eine Stimme jeden Schritt. Sie sagt unter anderem, wo Kartenleser, Tastatur und Geldausgabeschacht liegen. Die PIN gibt man über eine kleine Tastatur ein. Laut OSAPS braucht es bei einigen kleinen Details noch Verbesserungen. Sehbehinderte Menschen können die Automaten jedoch gut nutzen.
Neu ist die Idee nicht. Schon im November 2023 nannte die Ankündigung des Projekts niedrigere Tastaturen und eine Audio-Option.
Was noch offen ist
Mehrere Punkte lassen sich derzeit nicht überprüfen:
- Die genaue Höhe der Bedienelemente, denn „niedriger“ ist kein Maß.
- Die Art der Tastatur: physische Tasten mit ertastbarer Fünf oder Touchscreen.
- Die Maßnahmen für gehörlose und schwerhörige Menschen.
- Die Komplexität der Bildschirmtexte, die bei Bankdienstleistungen höchstens Niveau B2 erreichen darf.
Der Ausbau hat gerade erst begonnen. Es bleibt also Zeit, letzte Mängel zu beheben. Außerdem sind die seit Sommer 2026 installierten Geräte neue Geräte. Unser erster Beitrag erklärt, warum sie das Gesetz von 2023 grundsätzlich erfüllen müssen.
Zwei Angaben fehlen außerdem. Zum einen ist unklar, ob die bereits laufenden Geräte die Sprachführung besitzen. Die Spuerkeess nennt die Audio-Unterstützung auf ihrer Bancomat-Seite nämlich unter den Funktionen, die schrittweise hinzukommen. Zum anderen liegen zu den Tests keine Einzelheiten vor: Datum, Zahl der Teilnehmenden und beteiligte Verbände.
Quellen
- Paperjam – Bancomat : 70 millions d’euros pour les derniers 200 distributeurs (auf Französisch)
- Le Quotidien – Moins de Bancomat mais une plus grande couverture du territoire (auf Französisch)
- L’essentiel – Banques au Luxembourg : le retrait d’argent va changer avec 200 nouveaux bancomats (auf Französisch)
- OSAPS – Einführung neuer barrierefreier Geldautomaten in Luxemburg
- Spuerkeess – BANCOMAT: Luxembourg’s New ATM Network (auf Englisch)
- BIL, gemeinsame Mitteilung der Banken – Six major financial services players in Luxembourg join forces to create a shared ATM network (21. November 2023, auf Englisch)

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